Wenn ich beschreiben soll, wo ich zur Schule ging, sage ich zwischen Dortmund und Frankfurt … wer es dann genauer wissen will, bekommt den Hinweis zwischen Siegen und Gießen. Richtig, die Sauerlandline A45. In 1978 schwerer Verkehrsunfall beim Versuch, die Straße zu kreuzen. Auf dem Weg zum Klavierunterricht ins KH abgebogen, dort fünftägiges Koma. (Was ich immer noch literarisch umsetzen will, aber da war nichts … außer das Erwachen. Vom Würgeengel begrüßt, ein blonder Lockenschopf mit freundlichem Gesicht, das gleich teuflisch erschien, da es mehrfach versuchte, die Infusion neu zu setzen. Bestach er mich grün und blau.) Von dort der lange Weg zurück an die Aschebahn und ins Lesezimmer. Die Nachmittage verbrachte ich mit wenigen beim Lesen in der Bibliothek. Mit Ernst Bloch versuchte ich es … und mit Thomas Mann. Landete bei den Spiegelausgaben, die dort vollzählig vorlagen und schrieb eine mehr als sechsstündige Arbeit über den Libanon für den Religionsunterricht.

Zivildienst in Meppen und Düsseldorf – Gerontopsychatrie hier, Männeraltersheim dort. Wechsel nach Berlin und Studium der Germanistik und Informatik – abgebrochen und Wechsel zur Architektur, ein bildhübscher Wechsel, denn was bisher keine Struktur kannte, wurde plötzlich habituell und anfassbar und konkret. Machte daraus auf meine Weise Kunst und Unkonkretes. Hauptthema: Architektur und Sprache, kurz Architexturen. Herausgearbeitet hatten wir den Prozess des Entwerfens. Was immer gleich Verwerfen bedeutet. Und es konkret machen heißt, sich noch einmal anders zu äußern.

Mehrjährige Arbeit als Cand. Ing. Architektur und von dort die Rückreise Richtung Informationstechnologie.

Die Literatur als ständiger Begleiter. Schreibversuche ab dem 16. Lebensjahr. Die Tagebücher voll von abstrakten Formulierungen, Steiners Aphorismensammlung, in 3000 Schritten durch den Grunewald.

In 2013 ein in der Konsequenz hilfreicher Kontakt zu einem Leser mit Kontakt zu anderen Autoren. Er verwies mich auf die Selfpublisherszene. Hier dann das Gefühl auf einen schlechteren BWL-Trip zu geraten. Immerzu hört man Genre und von Verkaufserfolg … es muss ein Autor seine Leser kennen … ein Thriller ist am besten eine Lovestory. Daraus dann Blunatek erfolgt. Michael Dom schreibt einen Roman und stellt ihn ins Internet … was nicht zu erwarten war: Er wird seine Texte für immer los. Unter den Vorzeichen des „Marktes“ schreibt er mit an der Umsonstkultur …Autor isst Buchstaben. Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe. Die Schublade eine Metapher für die 40igtausendste Festplattenrille, auf der Texte zu Bits und Bytes zusammenschmilzen  und sich eierlegend von selbst vervielfältigen. Bei aller Liebe zur Kunst, die Kunst vor Liebe strotzt. Hat da jemand Ich gesagt?

Beachtet bitte gerne auch meine beiden anderen Blogs:

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