Die New York Times und Trump, Die Mythenplagen und das Fest

Die letzten Tage verfolgte ich eine großartige Reportage und einen interessanten Film auf Arte:

Reportage-Link zu Mission Wahrheit, mit der New York Times auf den Spuren Trumps auf Arte Teil 1, Teil 2, Teil 3 , Teil 4 noch bis: 05/12/2018

Film-Link zu Der die Zeichen liest von Kirill Semjonowitsch Serebrennikow Der die Zeichen liest noch bis: 06/12/2018

Etwas schwieriger tue ich mich mit

Der Weg in die Unfreiheit: Russland, Europa, Amerika von Timothy Snyder

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ich verlinke hierhin Der Freitag, im MDR – mit anderen Worten, es reicht nicht hin, Putin zu dämonisieren oder alleinverantwortlich machen zu wollen (das wäre denn doch zu einfach)

– was in den Debatten der letzten Monate zu kurz kommt: der Konsumismus, die Sucht und mit ihr die Verführbarkeit, die Faszination für Lug und Trug, Chaos und Thrill, die Suche nach dem großen Plot. Vergessen, dass das eigene Immunsystem hin und wieder gestärkt werden muss. Die Membranen werden durchlässiger, die Empfindlichkeiten nehmen zu, es wird nicht mehr miteinander geredet, es wird gebrüllt. Homo Sapiens kurz vor Eskapismus (=Realitätsflucht) und Abflug. Das allein der übergeordneten Lenkung, Vernunft oder Führung (=Fügung) zuzuschreiben, ist schon auch Teil der Lust an der Show. Der Spaß am Boom und BigBang.

Snyder ist weniger vor der Intention, Putin alles anzulasten, lesbar, sondern vor dem Hintergrund der Selbstreferenz auf eine westliche Kultur, die trotz (oder gerade wegen?) der Moderne sich gern verführen und belügen und betrügen lässt.

Seele gesucht. Und Geist.

Die sittliche Erneuerung wartet seit mehr als 20 Jahren auf Inhalt. Da dieser auf politischer Bühne nur noch verrechnet wird in Haushaltsdebatten, entstehen zwangsläufig Leerräume jenseits der Zahlen und Tabellen, die sollen und werden mystisch gefüllt und hypnotisiert. Beobachtbar bei den Biedermeiern und völkisch Nationalen, die keine rationalen Vorschläge zur Arithmetik der Gesellschaft liefern, sondern sie mit einer Mythenplage überziehen, die sich in den Begrifflichkeiten Heimat, Volk, Nation – im Urschlamm der Archaik – ein Zuhause sucht. Die Urhütte ruft. Die Familie als Hort des Glücks. Das Private will seine Heiligkeit zurück. Ein einziger Schrei nach Liebe. Da kommt die Kirche und mit ihr die Religion gerade recht.

Die Renaissance der Macht des Klerus.

Dem Volk seinen Nebel, den Schleier, die Rituale, das Festessen oder das Abendmahl zurückbringen. Opium fürs Volk hieß es unter Marx, heute will der in der Moderne Heimatlose: dem Mammon frönen und diesen denen wegnehmen, die ihn angeblich in seine selbst verschuldete Unmündigkeit gebeamt haben, alles schon da gewesen.

Neu ist beziehungsweise hinzugewonnen wurde: lass ihn dir absegnen vom Geist (Gottes), denn Gott ist bei denen mit den Schnellfeuerwaffen. (Weite Teile der Katholiken in Italien bekunden offen ihre Sympathien für Salvini.) Neu daran ist: Faschismus, Autokratie und pyramidiale Systeme sind digital zu denken mit Einparteiensystemen und Monotheismus. Diesen Misstand hatte das Christentum mit der Reformation angefangen aufzulösen. Die Reformation führte die Westliche Welt zu einer Effizienz vieler ihrer Mitglieder, die vor der Digitalen Revolution noch ohnegleichen war, die digitale Revolution nun macht alle effizient, der reformatorische und aufklärerische Impetus scheint sich zu überholen, im Gegenteil, der Mensch scheint sich über die digitale Revolution selbst zu enteignen, die freie Zeit nimmt zu (die Freiheit nimmt reziprok dazu ab, sie wird überbestimmt durch die Freiheit der anderen), die Arbeit wird umverteilt bzw. im Idealfall abgeschafft, die Langeweile gewinnt Raum, das Prinzip Brot und Spiele wird reinstalliert, der Gesättigte trifft auf den Gesättigten und neidet ihm seine Grundstücke. Die Freiheit einiger erfährt  inzwischen den Wechsel zur Kleptomanie. (Die Kleptokratie folgt ihrer Freiheit.) Oder wie heißt es so schön abergläubisch: Hochmut kommt vor dem Fall. Diesmal allerdings wird daraus ein Kniefall aller vor den Wenigen?

Die Gesellschaften stehen an der Kipplinie zwischen einer Welt als Scheibe, von der die andere Hälte hinuntergestoßen werden kann und einer Welt als Kugel, in der man sich immer wieder begegnet (und verfolgt).

Bekannt ist: Monotheistische Religionen sind unverträglich mit Reformatorischem, unverträglich mit der Macht, die vom Volk ausgeht, unvereinbar mit demokratischer Vielstimmigkeit, der Monotheismus predigt Gott Vater Sohn und Heiligen Geist als Hirte der menschlichen Seele, das menschliche Sein ruft nach Selbstverwirklichung, Liebe und Besitz. Der Monotheismus und mit ihm seine Religionen versprechen das ewige Leben. Der menschliche Wille findet sein Ende im eigenen Ableben. Die Schere zwischen Wollen und Haben führt zur Ambivalenz zwischen denen die haben und denen die wollen. Da das unweigerlich zu Kämpfen und Krämpfen führt, das Toben und Streiten und Zanken gerade auch durch die Digitale Revolution zugenommen haben, werden die Rufe nach Ordnung, System und Ruhe lauter, da bietet sich der Dreieinigkeitsmythos der christlichen Lehre geradezu an – auch der väterliche Gedanke eines Allah, ganz zu schweigen vom in sich ruhenden Buddha.

„Wir wollen nicht ein Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei.“

Auch wenn hinter all diesen Heilsversprechen eine noch gähnendere Leere winkt als es die Moderne per se anbietet. (Es sei denn Beten hilft.) Gleiches Recht für alle, gleicher Raum für alle, gleicher Überfluss an Vielfalt wird neuerdings verwechselt mit einem sozialistischen Raum der Gleichmacherei und der Einheitspartei – die Wirklichkeit wird ausgeblendet; die lautet: noch nie war die Welt in sich vielfältiger, ambivalenter, disparater, chaotischer, spannender. Da aber zur Angewohnheit gemacht wurde, die Welt nur noch zweidimensional durchs Smartphone zu betreten und zu erleben, wirkt plötzlich alles wie gleicher unter Ungleichen (die Unterschiede sich nur noch in der Smartphone-Marke erkennen lassen?!). Da rufen die Sakralen und Klerikalen nach Ordnung und Struktur, nach Form und Ritual, obwohl die Ordnung durch die 50 quadratzentimeter Glasscheibe des Smartphone hergestellt ist, nur das Chaos im Kopf nimmt zu, davon man sich hin und wieder abstrahieren will.

Lass es die anderen richten, heißt es plötzlich, wir brauchen wieder Diktat und genauso Stringenz, Steuerung und (noch mehr an) Effizienz. Alle Macht dem Wolf unter den Schafen. Alle Macht dem Einen. Monotheismus und Demokratie bleiben unvereinbar. Umso weniger erstaunlich, als all die neuen Autokraten sehr starke Gottverbundenheit an den Tag legen. Erste Amtshandlung Bolsonaros: vor dem Volk im Fernsehen zu beten. Ein Schuft der dabei Schuftiges denkt.

Da kann hundertmal die Wahrheit versucht werden, die Wirklichkeitsverzerrung feiert Konjunktur, tatsächlich stellt sich zunehmend die Frage, was wird aus dem Homo Sapiens, wenn er/sie trotz immer höherem IQ hinter jedem noch so abstrusem Geist hertrabt. Wo Fakenewsveranstaltungen mehr Aufmerksamkeit ziehen als jeder demokratische Diskurs?

Aufmerksamkeitsökonomie

Eigenartig auch: der Populist darf alles geschmacklos und emotional unbescholten von sich geben, sich als Rambo seinem italienischen Volk breitbarten und den freien Verkauf von Schnellschussgewehren proklamieren, während der sich der Wahrheit oder den Tatsachen verschrieben hat, (der Aufklärung oder der Reformation, dem Humanismus oder der Gerechtigkeit), von denen am Horizont auferstehenden Klerikalen (Messianischen) verlacht wird, verhöhnt und ermahnt, geradeso, als stünde am Horizont eine Allianz der Heiligen der orthodoxen Religionen wider deren Gespenster von der Humanität.

Jeder Versuch, die Neuen Klerikalen bei der Gründung ihrer Sekten zu ertappen, kann per Klick und Drop und Hashtag gegengetweetet werden, und stellt nicht etwa die, die verschleiern, entsäkularisieren oder quäkern und sektieren wollen, bloß, sondern die, die aufklären.

Bisweilen ein Tweed um alte Rituale. Das Schwinden der Pyramide klerikalen Denkens beklagt den Verlust seiner (durchweg männlichen) Autorität und da das Versprechen der Partizipation aller an einer gerechteren Welt nach Diskurs der Aufklärer nicht für alle eingetroffen scheint, will die Autorität der Klerikalen und mit ihr die des Einen Gottes wiederhergestellt werden. Wo sich alle verarmt anfühlen, entsteht eine neue Dimension von Gerechtigkeit: macht die wenigen (Klerikalen) freier, und lässt alle anderen ärmer (bescheidener) werden, wenn wir dann noch von den Informationskanälen der Wenigen abgeschnitten würden, merkten wir als Arme dieser Welt nicht mehr, in welcher Welt wir leben. Lasst uns die Reichen der Welt nicht mehr sichtbar sein (vernehmen), lasst uns das Recht auf Erden durch Gott mitteilen, lasst uns die Wahrheit wegsperren, lasst uns zu jedem Tweed einen Gegentweed einfallen. Alles was ist, ist nur eine Sicht auf die Dinge. Alles andere ist, was ist, Fake.

Auch die Wahrheit nur ein anderes Wort für Fake.

Dass nun unter den neuen Autokraten Falschaussagen wie Wahrheiten verhandelt werden, scheint nicht mehr nur Methode zu haben, sondern verfängt insofern, als die Gegenargumente und Positionen nicht mehr zum Tragen kommen. (durch die Hohe Frequenz an Falschaussagen werden alle anderen Frequenzen überblendet) Man redet schnappatmend täglich und stündlich (Minütlich pro Sekunde!) aufs Neue über ihren Ungeist und ihre Unsitten, arbeitet und stellt die Menge ihrer Lügen heraus, und hat bald keine Kraft mehr, eigenen Überzeugungen zu folgen. (Du beschäftigst dich nur noch mit deren Lügen.) Wenn erst der Glaube an Humanismus, Aufklärung, Menschlichkeit schwindet … haben wir die Apokalypse der Johannesoffenbarung als Livemitschnitt hautnah zum Abendbrot mit Knalleffekt und Implosion – zum Brötchen mit Butter und Käse. (Zum Käse … s.u.)

… dass dem nun eine Verantwortung jedes Einzelnen vor dem Gesamten vorangestellt werden müsste, scheint zunehmend aus den Diskursen zu entweichen, die neuen Strategen arbeiten effizient: verwirre deine Gegner und marschiere weiter! (Möglichst in der Gruppe, im Sinn eines Gemeinschaftsgefühls! Das nennt sich neue Identität, gemeinsamer Wille und wenn das nicht hilft, greife zum Schwert – kauf dir ein Schnellschussgewehr.) Längst greifen keine Kontrollmechanismen – die Immunsysteme sind schon porös, allen voran fahren die Raumkapseln der Internetmonopole (die Sozialen Medien) ungebremst und ungezügelt dem nächstmöglich größten Blödsinn entgegen, sie nennen es Verschwörungstheorien, und spielen sich auf als Dämonen des freien Schlagabtauschs, als Gönner der Freiheit, ohne dafür in Haftung genommen zu werden. Am Ende der Demokratie es nichtmal einen Rechnungsempfänger mehr gibt für den Verlust der Freiheit.

Wenn erst die Internetmonopole in Sachen Freiheit und Demokratie das Gewaltmonopol innehaben, bzw. den Aufruf zur Selbstjustiz nicht unterbinden helfen, was bleibt da übrig?

Die Wahrheit, die Wahrheit! Macht Angst.

Das Nasegeweiß und Geplapper der anderen. (Ausnahme zur Regel: solange die Freiheit der Internetmonopole nicht beschnitten wird, ist auch das Feudale, Autokratische, Oligarchische oder Fürstliche der Initiatoren und Mentoren dieser Vernebelungswelten Programm (und kann ausgebaut werden).

Der Brainwash beginnt schon mit dem Hinweis: dass eine Demokratie diese Neudeutung der Freiheit wird aushalten müssen. (Die Freiheit einiger Weniger, alle anderen am Nasenring durch die Arena zu schleifen.)

Und eins kann man schon jetzt absehen: Die Demokratie kann es auf Dauer gegen Bits, Bytes, Bots und KI nicht aufnehmen, denn zur tragenden Säule der Demokratie gehört das Individuum, die Persönlichkeit, der Respekt des einen vor den anderen.

Die Persönlichkeiten aber stehen inzwischen einer Wand aus Bots und Fakes und künstlicher Intelligenz, auch Algorithmus genannt, gegenüber. Solange die Matrix (das Netz) in der Hand weniger ist, bleibt es ein Leichtes, die Bestechlichkeit der Vielen aufrecht zu halten. Durch die Verkrümmung und Verdrehung der Wirklichkeit. Die Realität des Einzelnen unter die Bedrohung der Anderen zu stellen. Der Wille zur Camouflage (=Verschleierung) führt in die Verzweiflung, der Lohn der Angst erzeugt Panik und Schauder mit hohem Unterhaltungswert, man könnte glauben, der letzte Tag bricht an. Täglich im Angesicht des Smart Phones. Big Brother ist keine Metapher mehr, sondern real gewordenes Diktat.

Scotty, beam me … bottomdown

Google will nichts dabei empfinden, China ein Google anzubieten, das im Sinne Chinas Zensur erlaubt. Facebook will nichts dabei empfinden, wenn Liebhaber des sog. 3. Reichs private Gruppen bilden und ihren Antisemitismus, ihren Rassismus und ihr Herrenmenschentum ausleben. Es gibt genug Leute, die nichts dabei empfinden, Server bereitzustellen, die Rassisten und Misanthropen anziehen. Was umso prekärer erscheint, als die Mischung aus Rassismus und Misanthropie vereinbar erscheint mit der Lehre von einem Gott, der Hirten als Stammeshäuptlinge einsetzt, die gegen Abtreibung sind, gegen Sex vor der Ehe, gegen Homosexualität, gegen Feminismus und gegen die, die Führerfiguren wie diese neuen Messianischen ächten – die ja nur Hirtenfiguren seien im Sinne Gottes als Seelenretter der Menschheit.

Beobachtbar ist auch: die Christlichnationalen oder Christlichfaschistoiden beherrschen inzwischen das Netz, und wenn man in weite Kreise der Wirtschaft hineinschaut, bekommt man das wahre Gefühl für Demokratie hautnah zu spüren: nach Diktat verreist.

(Das Märchen von erfolgreichem Wirtschaften, das nur unter demokratischen Verhältnissen möglich ist, wird ebenso gecancelt, China macht es vor.)

Das ist nichtmal mehr ein Punktsieg für die Autoritätsgläubigen, sondern ein „großer Sieg“ in der Fläche, in der Masse, der Breite, der Tiefe der Gesellschaft. Letzten Endes zieht das noch die Resignation jedes Einzelnen nach sich, oder es gibt bald eine Gegenbewegung … zu fürchten ist Ersteres … die Wahlergebnisse der Midterms zeigen es an. Wer, wie ich gehofft hatte, dass Trump einen Denkzettel verpasst bekommt, muss enttäuscht sein, wie viele diesem Dompteur (Eine Karikatur der Demokratie) noch immer ihre Referenz erweisen, und zu befürchten ist; diese Karikatur wird wiedergewählt in zwei Jahren (als Beweis für die Demokratie als Karikatur). Hoffnung macht, dass das Repräsentatenhaus bunter geworden ist, vielstimmiger, vor allem auch: weiblicher. Zu befürchten ist nun auch wieder: dies Bunte und Vielstimmige übertönt der Misanthrop mit einfachsten Mitteln. Zuckerbrot und Peitsche. Teile und Herrsche. So abgefrühstückt diese Begriffe auch sind, sie gelten noch immer. Es gegen das Bekannte nichts Unbekanntes einzuwenden gibt und umgekehrt, gegen Fakes sehen Wahrheiten bieder aus, uncool und so wenig Rock ’n Roll. Donald Trump ist der Auferstandene, der Messias, ein Jimi Hendrix im Vergleich zu Joni Mitchel. Mehr Gaga als Jazz. Mehr Punk als Klassik. Mehr Perücke als Glatze. Mehr wehender Mantel als Birkenstock. (Obwohl wer weiß.) Lasst uns beten.

Ein einziger Schrei nach Liebe

Da Trump Widerspruch kaum duldet, und aber beliebt sein will, besteht allerdings noch mehr Anlass zur Hoffnung: dass ihm, wenn seine vor allem männliche Gefolgschaft gesättigt ist vom ständigen Plot der Verwüstung, Zerstörung und Dekonstruktion, doch noch immunisiert und wieder auf Verantwortung, Respekt und Menschlichkeit zurückschaltet, ihm am langen Arm die Gefolgschaft schwindet, er schlussendlich nicht anders wird können als auf Präsidenten-Modus zu schalten, statt weiterhin Burger essend Wrestling und die Macht des Stärkeren zu promoten … er bald auch, das ist chaosimmanent in so einem verwüsteten Umfeld, Rivalen, Gegner und Dispositionen heranzüchtet, eigenartig ist auch: je mehr er auf der New York Times rumtrampelt, desto größer wird die New York Times. Ein fast schon entropisches Prinzip: Verunglimpfst du deine Gegner, vergrößert sich dein Schatten.

Aus der Schlusssequenz des Films Der die Zeichen sieht, prädikat sehenswert! (Da irrt ein Jüngling mit Bibelzitaten durch die Zeit, so entstehen etliche sehr eigenwillige Momente des Zusammenpralls von Wort und Gegenstand, oder anders: stell dir vor, du nimmst die Bibel wörtlich, und versuchst mit ihrer Hilfe die Wirklichkeit zu verstehen, zu deuten, zu interpretieren.)

„Ah … es gibt einen neuen Hirten? … Und wir sind die Schafe? Er sitzt da oben und wir sind alle unten. Und wer hat ihn gewählt? … Keiner. Das ist es ja. Niemand hat ihn gewählt. Das ist eine wunderbare Vorstellung. Eine wunderbare Vorstellung. Es gibt einen Vater, der sich um alles und jeden kümmert. Doch diese Vorstellung funktioniert nur, wenn wir Kinder sind. Wenn wir noch klein sind. Ein Vater, der wirklich alles sieht. Der nach seinem Gutdünken straft. Der irrational und grausam ist. Wieso verstehen Sie denn nicht, dass das eine totalitäre Diktatur ist?“

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Wer viel Zeit hat und Geduld und neugierig ist, wie sich die Sektiererei um die Bolschewiki und der Gottglaube im Sumpf Moskaus entfalten und gestalten ließ, dem sei dieses Monumentalwerk ans Herz gelegt, eine Rezension kann ich nicht anbieten, da ich es nur zum Frühstück lese, nie mehr als drei Seiten, das kann also noch eine Weile andauern. Yuri Sletzkine, das Haus der Regierung: Anbieten kann ich die Zeit, die Welt

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Außerdem, außerhalb der Reihe: „Papa, du musst jetzt gehen, damit wir in Ruhe frühstücken können“: aus dem Film Das Fest von Thomas Vinterberg. Ein entsetzlich starker Film, noch immer!

Mit besten Grüßen und Wünschen in die Runde.

 

 

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